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Arbeit im Kontor Kolonialer Handel

Eine Museumsausstellung zeigt ein großes Foto eines Konferenzraums mit einer Wandmalerei, einer Texttafel an der Wand und mehreren gerahmten Bildern an den angrenzenden Wänden. Ein altes schwarzes Telefon steht auf einem Sockel in der Nähe.

Globale Rohstoffe für Hamburgs Industrie

Hamburgs Handel erfuhr während der Industrialisierung einen enormen Aufschwung. In vielen Fabriken des 19. und 20. Jahrhundert wurden Rohstoffe verarbeitet, die aus europäisch kolonisierten Ländern im Globalen Süden importiert wurden. Der Handel mit diesen Waren prägte das Stadtbild und die Arbeitsplätze zahlreicher Beschäftigter.

Mit der Erweiterung des Hafens, dem Bau von Telegrafenämtern und Kontorhäusern, der Einrichtung von Terminmärkten an der Börse sowie der Gründung eines Botanischen Instituts und einer Universität mit Studiengängen für Kaufleute entstand eine Infrastruktur, die Hamburgs Rolle als Zentrum des kolonialen Handels sicherte. Kaufleute und Reeder, Kontorangestellte und Quartiersleute waren am Gelingen der Geschäfte beteiligt. Gleichzeitig arbeiteten in den Herkunftsländern der Rohstoffe zahllose Menschen unter Bedingungen, die von Rassismus, Gewalt, Zwang und Umweltzerstörung geprägt waren. Die Folgen dieser kolonialen Ausbeutung bestimmen den dortigen Alltag bis heute.

Am Beispiel von Kakao und Kautschuk zeigt die Ausstellung Arbeitsplätze und Tätigkeiten von Menschen, die am kolonialen Handel beteiligt waren. Im Hamburger Handelskontor können Besucherinnen und Besucher sich selbst versuchen, z. B. beim Diktat an der Schreibmaschine und beim Entschlüsseln von Nachrichten, die das „Fräulein vom Amt“ telefonisch durchgibt. Und sie können den Weg der Rohstoffe verfolgen – von der Arbeit auf Plantagen in den Anbaugebieten bis zur Qualitätskontrolle im Hamburger Hafen.

Die historische Darstellung wird kommentiert und ergänzt durch die Fotoserie „Koloniales Hamburg“ von Markus Dorfmüller. Entstanden zwischen 2020 und 2022 setzt diese sich mit den bis heute sichtbaren Spuren kolonialer Verflechtungen im Hamburger Stadtbild auseinander. So hält sie der Stadt einen Spiegel vor und fordert dazu auf, sie neu zu betrachten.

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