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„NSU, RECHTE GEWALT UND DIE GEFÄHRDUNG DER DEMOKRATIE – WIE ERINNERN, WIE HANDELN?“ Eine rassismuskritische Fortbildung

02.06.2026 16:00 - 19:00 Uhr

Im Rahmen der Ausstellung Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU im Altonaer Museum
  • Workshop
  • für Erwachsene
  • Dauer: 3 Stunden
Weißer, beschädigter Text mit der Aufschrift BLUTIGER BODEN in einem rauen, weißen Diamantumriss auf schwarzem Hintergrund.

Der Workshop lädt Lehrkräfte und Bildungsakteur*innen dazu ein, sich intensiv mit der Geschichte und den Folgen des sogenannten NSU-Komplexes auseinanderzusetzen und dabei eigene Handlungsspielräume in Schule und Bildungsarbeit zu entdecken.

 Eine rassismuskritische Fortbildung, die…

  • Hintergrundwissen zum NSU und institutionellem Versagen vermittelt,
  • Kontinuitäten rechter Gewalt aufzeigt,
  • Ansätze für erinnerungskulturelle und demokratiestärkende Bildungsarbeit bietet,
  • die Perspektive der Betroffenen einbezieht
  • und zur Entwicklung eigener Projekte befähigt.

Süleyman Taşköprü wurde am 27. Juni 2001 in seinem Lebensmitteladen in der Schützenstraße in Altona von den Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Er war eines von zehn Todesopfern einer brutalen Mordserie, die zwischen 2000 und 2007 in acht deutschen Städten von den Rechtsextremisten verübt wurde. Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung, die in Deutschland lebten und arbeiteten, sowie eine Polizistin. Weitere Menschen wurden bei zwei Sprengstoffanschlägen des NSU zum Teil schwer verletzt.

Anhand von Biografien, künstlerischen Formaten und praktischen Übungen wird Erinnerungsarbeit als demokratische Praxis erfahrbar –  kritisch, empathisch und handlungsorientiert.

Im Mittelpunkt steht die Frage, was der NSU mit unserer Demokratie zu tun hat. Wie konnte eine rechtsextreme Terrorgruppe über Jahre hinweg morden, während die Ermittlungen rassistische Stereotype reproduzierten? Welche Rolle spielten Medien, Behörden und Politik? Und was können wir daraus für den Umgang mit rechter Gewalt heute lernen?

Der Workshop vermittelt, dass bewusste Erinnerung mehr ist als ein „Gedenktermin“: Sie ist ein aktiver Beitrag zur Demokratiebildung. Wer erinnert, übernimmt Verantwortung – für Aufklärung, für Solidarität mit den Betroffenen und für eine demokratische Kultur des Hinsehens und Handelns.

Der Workshop beeinhaltet ein Gespräch mit Okan Taşköprü, dem Neffen von Süleyman Taşköprü, der aus Sicht der Familie über die Erinnerung und die Forderungen der Familie spricht und für Fragen zur Verfügung steht.

Zielgruppe: Lehrkräfte aller Schulformen, Pädagog:innen, Fachkräfte der Jugend- und Bildungsarbeit sowie Multiplikatorinnen, die ihre Schülerinnen zu mündigen, sensiblen Demokratinnen stärken wollen.

Themen & Ablauf

  1. Einstieg: Was hat der NSU mit Demokratie zu tun?
  2. Gang durch die Ausstellung von Regina Schmeken „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“
  3. Der NSU-Komplex: Eine Geschichte rechter Gewalt, Ignoranz und Erinnerung
  4. Demokratie unter Druck – Rechte Gewalt nach 1945 bis heute
  5. Erinnerung und Verantwortung – Forderungen aus dem NSU-Komplex: Ein Gespräch mit Okan Taşköprü
  6. Praxisphase: Handlungsmöglichkeiten als Multiplikator*in
  7. Abschluss und Ausblick

Dauer: je 3 Stunden

Zertifizierung durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI)

 

 

Die Veranstaltung findet in folgenden Sprachen statt

  • Deutsch

Gefördert von der

Logo der Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem großen stilisierten Buchstaben A auf der linken Seite und dem Namen der Organisation in Großbuchstaben auf der rechten Seite. Der Text ist in Schwarz und Grau auf weißem Hintergrund gehalten.