Häfen sind faszinierende Wasserlandschaften mit außergewöhnlicher Industrie-Architektur. Hier trifft Wasser auf Land, Natur auf Technik, lokal auf global. Häfen sind Knotenpunkte des Handels und Schauplätze der Globalisierung. Hier mischen sich Güter mit Menschen und Möwen, Hafen-High-Tech mit Fluss-Ökosystemen, Schlammbagger mit Strandkrabben, Fernweh mit Profitgier, Kolonialgeschichte mit dem Wunsch, die Zukunft fairer und grüner zu gestalten. Heute werden rund 90 Prozent des weltweiten Handels auf dem Seeweg abgewickelt, fußend auf einer langen Tradition technologischer Innovationen. Insbesondere die europäischen Häfen verkörpern aber auch jahrhundertelange koloniale Ausbeutung und ungleiche gesellschaftliche Entwicklung – Geschichten, die es gerade jetzt wert sind, erzählt zu werden, wenn wir Europäer an unserer „grünen“ Zukunft basteln, E-Autos fahren wollen und obsolete Hafenareale zu nachhaltigen Stadtquartieren umbauen. Denn grün reimt sich nicht unbedingt mit fair, wenn man die Wege der Güter nachvollzieht, die von der Südhalbkugel kommend in Europas Häfen landen, zum Beispiel in Hamburg.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hafenmuseum haben Landschaftsarchitektur- und Urban Design-Studierende der TU Berlin, Fachgebiet ÉLAN, die Routen ausgewählter Rohstoffe und Bestandteile unserer schönen grünen Zukunft nachverfolgt. In einer interaktiven Installation geben sie Einblick in die Landschaften und Lebenswelten rund um Kupferminen, Silberbergwerke, Bohrlöcher, Elektronik-Manufakturen, Schrottplätze, Überseehäfen in Lateinamerika, Asien und Afrika. Sie verknüpfen sie anschaulich mit den Gas- und Containerterminals der Elbemündung, den Schifffahrtsrinnen, Schlackebecken, Industriearealen, Landungsbrücken, Kaipromenaden und neuen städtischen Quartieren des Hamburger Hafens. Lassen sich diese transozeanischen Landschaften eines Tages so gestalten, dass die Zukunft „grün für alle“ wird? Es reicht nicht mehr, den Leuten im Süden ‚sorry‘ zu sagen, dass die grünen Entwicklungen bei ihnen noch nicht angekommen sind.
Programm
Ausstellungseröffnung 13. Juni 2026
11 Uhr: Begrüßung Ursula Richenberger, Deutsches Hafenmuseum und Prof. Dr. Lisa Diedrich, ÉLAN/ TU Berlin
11.15 – 12 Uhr: Führung durch die Ausstellung (Studierende des Fachgebiets ÉLAN, TU Berlin)
Die Veranstaltung findet in folgenden Sprachen statt
- Deutsch
Treffpunkt
Stiftung Historische Museen Hamburg
Deutsches Hafenmuseum (im Aufbau)
Kopfbau des Schuppens 50A
Australiastraße
20457 Hamburg
Telefon +49 40 428 137 130
E-Mail info@deham.shmh.de
S-Bahn 3 / 5 bis Veddel (BallinStadt) oder Elbbrücken (an Wochenenden)
Bus 256 bis Hafenmuseum