Seit über zwanzig Jahren berichtet die Gerichtsreporterin der Süddeutsche Zeitung aus den Gerichtssälen der Republik. Sie begleitete über Jahre hinweg den Prozess gegen den NSU und dokumentierte, wie rechter Terror und staatliches Versagen vor Gericht verhandelt wurden. Auch über den Mord an Walter Lübcke, das Attentat von Hanau und weitere Fälle politisch motivierter Gewalt berichtete sie eindringlich. Sie liest aus ihrem neuen Buch „Am Abgrund“, dessen Cover eine Fotografie von Regina Schmeken zeigt.
Der Abend knüpft an zentrale Fragen der Ausstellung an und richtet den Blick zugleich auf die Rolle der Medien: Weshalb wurde rechtsterroristische Gewalt über Jahre hinweg unterschätzt, fehlgedeutet oder auch innerhalb von Redaktionen nicht konsequent als solche benannt? Und welche Möglichkeiten hat ein verantwortungsvoller Journalismus, die Stimmen der Opfer und ihrer Angehörigen hörbar zu machen und ihre Perspektiven ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken?
Im Anschluss spricht Annette Ramelsberger mit Seda Başay-Yıldız. Die Rechtsanwältin wurde als Vertreterin der Nebenklage für die Familie von Enver Şimşek im NSU-Prozess bundesweit bekannt. Seit August 2018 erhielt sie eine Reihe von Morddrohungen, unterzeichnet mit „NSU 2.0“, die Daten aus Computern der Polizei Hessen enthielten. Ihr Engagement steht exemplarisch für den langen Kampf um Aufklärung, Gerechtigkeit und Schutz für diejenigen, die rechte Gewalt juristisch und öffentlich herausfordern.
Ein Abend über Recht und Unrecht, mediale Verantwortung und die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft auf rechten Terror reagiert.
Vorab findet um 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt.

Die Veranstaltung findet in folgenden Sprachen statt
- Deutsch
Treffpunkt
Stiftung Historische Museen Hamburg
Altonaer Museum
Museumstraße 23
22765 Hamburg
Telefon +49 40 428 135 0
E-Mail info@am.shmh.de
S-Bahn 1/3 nach Bahnhof Altona
Bus 12 nach Rathaus Altona