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Begleitende Inhalte Zur Ausstellung Respekt

LIEBE BESUCHER*INNEN, LIEBE GRUPPEN UND SCHULKLASSEN,

herzlich willkommen in der RESPEKT-Ausstellung im Museum der Arbeit. Hier beschäftigen wir uns mit einem Thema, das uns alle angeht: Respekt – also wie wir miteinander leben, arbeiten und unsere Freizeit gestalten, wie wir miteinander streiten und uns gegenseitig wertschätzen. Diese Online-Version des Begleithefts soll euch dabei unterstützen, die Ausstellung aktiv und abwechslungsreich zu entdecken. Probiert doch zum Beispiel unser Bingo-Spiel aus! Im Heft oder hier auf der Website findet ihr außerdem spannende Anregungen und Infos zu wichtigen RESPEKT-Themen wie Identität, Diskriminierung oder Gleichberechtigung.

Die Ausstellung lädt euch ein, viele Stationen selbstständig oder gemeinsam mit anderen zu erkunden. Die kleinen Anregungen im Heft bzw. auf dieser Seite könnt ihr euch auch später zu Hause oder in der Schule anschauen, allein oder im Team, wie ihr mögt. Falls ihr einmal Unterstützung braucht oder Fragen habt, findet ihr am Ende hilfreiche Adressen und Ansprechpartner*innen. Wir wünschen euch eine interessante und inspirierende Zeit in der Ausstellung! Euer Team vom Museum der Arbeit und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

DOWNLOAD DES BEGLEITHEFTS

Schwarzer deutscher Text im Graffiti-Stil über Respekt von zwei Teenagern, Milena (17) und Ugbad (15), auf weißem Hintergrund. Ihre Namen und ihr Alter sind orangefarben, ihre Aussagen sind in fetten schwarzen Buchstaben geschrieben.

Interview

Laura Hoss vom Ausstellungsteam der DASA

WAS WIRD IN „RESPEKT“ GEZEIGT?

In der Ausstellung geht es um Vielfalt, Vorurteile, Diskriminierung, Gleichberechtigung und Toleranz. Sie lädt dazu ein, über die eigene Identität und den Umgang miteinander nachzudenken und sich mit anderen Besucher*innen auszutauschen. Die Ausstellung fragt danach, wie wir respektvoll zusammenleben und zusammenarbeiten können. Auf der Suche nach Antworten gibt es viele Möglichkeiten, sich mit verschiedensten Themen zu beschäftigen: Welchen Beruf kannst du dir für dich vorstellen? Wie beeinflusst Spielzeug unser Bild von Geschlechtern? Was ist eigentlich Rassismus? Und was tue ich, wenn ich diskriminierende Äußerungen höre?

Der deutsche Text im Graffiti-Stil lautet: Identität heisst, dass jeder etwas besonderes hat. Jeder hat seine spezielle Sache. Unten steht Marlon (16) in Orange. Der Text ist auf weißem Hintergrund.

WIE IST „RESPEKT“ ENTSTANDEN?

„Respekt“ ist in Zusammenarbeit mit Jugendlichen entstanden. Es gab Workshops zu Memes, TikTok-Videos und Graffitis, in denen Inhalte von Jugendgruppen oder Schulklassen erarbeitet wurden – und das merkt man der Ausstellung an. Uns war es wichtig, junge Menschen in der Ausstellung direkt zu Wort kommen zu lassen.

WARUM IST DIE AUSSTELLUNG SO WICHTIG?

Respekt ist die Grundlage für ein gutes Zusammenleben und eine gute Zusammenarbeit. Wenn wir lernen, Unterschiede nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu schätzen, ist viel gewonnen. Die Ausstellung möchte gerade junge Menschen dazu ermutigen, sich für einen toleranten Umgang und eine gleich[1]berechtigtere (Arbeits-)Welt einzusetzen.

BINGO

Gehe durch die Ausstellung, sprich mit anderen, lies, sieh und höre genau hin. Wenn du etwas entdeckst oder erlebst, das zu einem Feld passt, kreuze es an.

AM ENDE ENTSCHEIDEST DU:

Behalte dein Ergebnis für dich – oder besprich es gemeinsam mit anderen. Beides ist in Ordnung.

Ziel: 4 in einer Reihe – waagerecht, senkrecht oder diagonal

Ein Tic-Tac-Toe-Feld mit Fragen und Aussagen auf Deutsch, die sich auf Gespräche, Erfahrungen und Toleranz beziehen. Orange Linien bilden das Raster, in jedem Feld steht ein kurzer Satz mit persönlichem Fokus.

WAS BEDEUTET EIGENTLICH IDENTITÄT?

Identität ist das, was dich ausmacht. Dein Selbstbild. Deine Eigenschaften, Stärken, Ängste und Vorlieben. Woran du glaubst oder was dir wichtig ist. Identität ist aber auch die Frage: Zu wem gehöre ich? Das können deine Familie, deine Heimat oder deine Freund*innen sein. Manche Zugehörigkeiten sind selbst gewählt z.B. der Boxclub, zu dem du einmal die Woche gehst. In andere wirst du hineingeboren, z.B. welches Geschlecht du besitzt oder welche Hautfarbe du hast. Andere Zugehörigkeiten werden dir durch Menschen von außen zugeschrieben. Manche Aspekte von Identität sind sichtbar, andere nicht. Identität ist nichts Festes, sie wandelt sich ein Leben lang. Jeder Mensch ist vielfältig und einzigartig. Niemand ist nur Mann oder Frau, nur Jüdin oder Moslem. Wir sind alle noch so viel mehr!

Text im Graffiti-Stil auf Deutsch mit einem orangefarbenen Ausrufezeichen: Anna (18) Die eigene Identität zu formen, ist ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens und stellt besonders die Individualität in den Vordergrund.

WAS BEDEUTET EIGENTLICH DISKRIMINIERUNG UND WAS SIND VORURTEILE?

Stereotype bilden wir, um uns zurechtzufinden. Unser Gehirn steckt Wahrnehmungen in Schubladen. Wir reduzieren Menschen auf einzelne Merkmale und weisen ihnen bestimmte Eigenschaften zu. Wir vereinfachen und verallgemeinern. Die Welt wird dadurch überschaubarer. Vorurteile entstehen, wenn wir Stereotype mit Bewertungen und Emotionen verknüpfen. Auch Vorurteile sind Verallgemeinerungen. Hier bewerten wir Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe und weisen ihnen gute oder schlechte Eigenschaften zu. Wir fällen vorschnell ein wertendes Urteil über Menschen, ohne diese wirklich zu kennen. Wenn Vorurteile unser Handeln beeinflussen, ist das Diskriminierung. Diskriminierung bedeutet ungleiche Behandlung und Ausgrenzung aufgrund von Vorurteilen gegenüber bestimmten Gruppen und Menschen. Diskriminierung ist verboten. Hier gibt es ein Gesetz: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

 

Handschriftlicher deutscher Text: Sich ausweisen zu können. Kein Ausweis. Keine Identität. Sohn existiert Mann. Es ist wichtig, dass man weiß, ich habe eine Identität. Unten steht Hatixce (17) in Orange.

Was bedeutet Respekt für dich?

Eine Person mit heller Haut und kurzen braunen Haaren, die ein weißes T-Shirt und silberne Ohrringe trägt, steht vor einer bunten Wand mit rosa, gelben und orangefarbenen Graffiti.

Svea, 20

FSJlerin im Museum der Arbeit

Respekt bedeutet, Menschen so anzunehmen, wie sie sind, mit ihren Meinungen, Gefühlen, Grenzen und ihrer Identität. Denn was bedeutet Identität schon, wenn sie nicht anerkannt wird? Wird die Identität einer Person infrage gestellt, fühlt sich diese oft ausgegrenzt und unsichtbar. Respekt heißt, andere zu akzeptieren und ihnen mit Wertschätzung zu begegnen, unabhängig davon, ob jemand Butter unter Nutella isst oder nicht. Solche Unterschiede sind belanglos und sollten niemals ein Grund für Ausgrenzung oder Geringschätzung sein. Gleichzeitig bedeutet Respekt jedoch nicht, alles einfach hinzunehmen. Er hat dort seine Grenze, wo das Verhalten von Menschen anderen schadet, etwa durch diskriminierende Äußerungen oder Handlungen aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Religion.

Eine junge Person mit lockigem Haar, die einen hellbeigen Kapuzenpullover trägt, steht lächelnd vor einer bunten Graffiti-Wand mit lila, gelben und schwarzen Motiven. Das Bild hat einen orangefarbenen Rand und einen schrägen Rahmen.

Manuel, 25

Schriftführung der Schüler*innenkammer Hamburg

Respekt entsteht nicht durch Drohungen oder Regeln, sondern durch Anerkennung. Er verlangt nicht, dass wir einer Meinung sind, sondern dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und einander zuhören. Dass wir uns – unabhängig von all unseren Unterschieden in Erfahrungen, Meinungen und Vorstellungen davon, wie unsere Gesellschaft auszusehen hat – gegenseitig helfen, wenn wir am Boden sind. Sich durch Unterschiede zu definieren, steht nicht im Konflikt zu Respekt. Anderen aufgrund dieser Unterschiede das Leben schwerer zu machen – schon. Nur wenn wir unsere Mitmenschen nicht als Probleme, sondern als Menschen sehen, können wir auf eine Zukunft hinarbeiten, in der wir gerne leben wollen.

Eine junge Frau mit langen roten Haaren und Brille, die ein rotes T-Shirt trägt, steht vor einer bunten Graffitiwand mit rosa, weißer, gelber und schwarzer Sprühfarbe. Das Bild hat einen orangefarbenen Rand.

Lea, 16

Koordinatorin für Events und Zusammenarbeit der Schüler*innenkammer Hamburg

Für mich bedeutet Respekt, einander zu achten und unsere Mitmenschen mit ihren Ansichten, Meinungen, ihrer Identität und Persönlichkeit zu akzeptieren. Einander wertzuschätzen und niemanden anders zu behandeln – aufgrund ihrer Weltanschauung, Religion, Sexualität oder Identität. Denn wir sind alle von Natur aus verschieden. Jeder hat seine eigene Meinung und seinen eigenen Blick auf die Welt – und um harmonisch miteinander zu leben, ist Respekt der Schlüssel. Für mich bedeutet Respekt, einander so zu akzeptieren, wie man ist – auch wenn jemand eine andere Meinung vertritt als man selbst. Doch auch dabei gibt es gewisse Grenzen, denn dort, wo der persönliche Raum eines Menschen beginnt, endet der des anderen.

NACH DEM AUSSTELLUNGSBESUCH

Nutze diese Fragen, um über Respekt nachzudenken. Du kannst sie allein beantworten oder mit den anderen aus deiner Schulklasse oder deiner Gruppe.

 

Eine Ansammlung von bunten Sprechblasen in deutscher Sprache umgibt zwei zentrale Kreise mit der Aufschrift DU & ICH und WIR, die jeweils Fragen zu Identität, Integration, Werten und Akzeptanz in einer Klasse oder Gruppe enthalten.

KENNST DU SCHON…

Wenn du mal nicht weiterweißt, Unterstützung brauchst oder eine Gemeinschaft suchst, schau dir diese Vereine, Gruppen und Organisationen an.

LESE- UND FILMTIPPS ZU DIVERSITÄT, FEMINISMUS, IDENTITÄT UND CO.

 

  • Angry Cripples – Stimmen behinderter Menschen gegen Ableismus (2023) Herausgegeben von Alina Buschmann und Luisa L‘ Audace
  • BeHindert und verRückt – Worte_Gebärden_Bilder finden (2020) Herausgegeben von Eliah Lüthi
  • Das Buch vom Antirassismus: 20 Lektionen, um Rassismus zu verstehen und zu bekämpfen (2020) Von Tiffany Jewell, illustriert von Aurélia Durand
  • Das Buch vom Feminismus: Ein intersektionaler Leit[1]faden für die nächste Generation (2021) Von Jamia Wilson, illustriert von Aurélia Durand
  • Dear Discrimination: Ein Mitmachbuch zur antirassistischen Weiterbildung (2020) Von WIRMUESSTENMALREDEN, illustriert von Hannah Marc
  • GEN Z – Junges Magazin für politische Bildung Magazin
  • kohero – Magazin für interkulturellen Zusammenhalt Magazin und Podcasts
  • Mama Superstar – Elf Porträts über Mut, bedingungslose Liebe und kulturelle Vielfalt (2019) Von Melisa Manrique und Manik Chander
  • Queer gestreift – Alles über LGBTIQA+ (2022) Von Kathrin Köller und Irmela Schautz
  • Scheiblettenkind (2022) Von Eva Müller
  • Sei kein Mann – Warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist (2020) Von JJ Bola
  • Infoladen der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
  • Bücher, Spiele und mehr zu politischen Bildungsthemen wie Menschenrechte, Rassismus, LGBTIQA+, Gleichberechtigung, internationale Politik und Nachhaltigkeit
  • Medienprojekt Wuppertal
  • Kurzfilmproduktionen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen