herzlich willkommen in der RESPEKT-Ausstellung im Museum der Arbeit. Hier beschäftigen wir uns mit einem Thema, das uns alle angeht: Respekt – also wie wir miteinander leben, arbeiten und unsere Freizeit gestalten, wie wir miteinander streiten und uns gegenseitig wertschätzen. Diese Online-Version des Begleithefts soll euch dabei unterstützen, die Ausstellung aktiv und abwechslungsreich zu entdecken. Probiert doch zum Beispiel unser Bingo-Spiel aus! Im Heft oder hier auf der Website findet ihr außerdem spannende Anregungen und Infos zu wichtigen RESPEKT-Themen wie Identität, Diskriminierung oder Gleichberechtigung.
Die Ausstellung lädt euch ein, viele Stationen selbstständig oder gemeinsam mit anderen zu erkunden. Die kleinen Anregungen im Heft bzw. auf dieser Seite könnt ihr euch auch später zu Hause oder in der Schule anschauen, allein oder im Team, wie ihr mögt. Falls ihr einmal Unterstützung braucht oder Fragen habt, findet ihr am Ende hilfreiche Adressen und Ansprechpartner*innen. Wir wünschen euch eine interessante und inspirierende Zeit in der Ausstellung! Euer Team vom Museum der Arbeit und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

In der Ausstellung geht es um Vielfalt, Vorurteile, Diskriminierung, Gleichberechtigung und Toleranz. Sie lädt dazu ein, über die eigene Identität und den Umgang miteinander nachzudenken und sich mit anderen Besucher*innen auszutauschen. Die Ausstellung fragt danach, wie wir respektvoll zusammenleben und zusammenarbeiten können. Auf der Suche nach Antworten gibt es viele Möglichkeiten, sich mit verschiedensten Themen zu beschäftigen: Welchen Beruf kannst du dir für dich vorstellen? Wie beeinflusst Spielzeug unser Bild von Geschlechtern? Was ist eigentlich Rassismus? Und was tue ich, wenn ich diskriminierende Äußerungen höre?

„Respekt“ ist in Zusammenarbeit mit Jugendlichen entstanden. Es gab Workshops zu Memes, TikTok-Videos und Graffitis, in denen Inhalte von Jugendgruppen oder Schulklassen erarbeitet wurden – und das merkt man der Ausstellung an. Uns war es wichtig, junge Menschen in der Ausstellung direkt zu Wort kommen zu lassen.
Respekt ist die Grundlage für ein gutes Zusammenleben und eine gute Zusammenarbeit. Wenn wir lernen, Unterschiede nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu schätzen, ist viel gewonnen. Die Ausstellung möchte gerade junge Menschen dazu ermutigen, sich für einen toleranten Umgang und eine gleich[1]berechtigtere (Arbeits-)Welt einzusetzen.
Gehe durch die Ausstellung, sprich mit anderen, lies, sieh und höre genau hin. Wenn du etwas entdeckst oder erlebst, das zu einem Feld passt, kreuze es an.
Behalte dein Ergebnis für dich – oder besprich es gemeinsam mit anderen. Beides ist in Ordnung.
Ziel: 4 in einer Reihe – waagerecht, senkrecht oder diagonal

Identität ist das, was dich ausmacht. Dein Selbstbild. Deine Eigenschaften, Stärken, Ängste und Vorlieben. Woran du glaubst oder was dir wichtig ist. Identität ist aber auch die Frage: Zu wem gehöre ich? Das können deine Familie, deine Heimat oder deine Freund*innen sein. Manche Zugehörigkeiten sind selbst gewählt z.B. der Boxclub, zu dem du einmal die Woche gehst. In andere wirst du hineingeboren, z.B. welches Geschlecht du besitzt oder welche Hautfarbe du hast. Andere Zugehörigkeiten werden dir durch Menschen von außen zugeschrieben. Manche Aspekte von Identität sind sichtbar, andere nicht. Identität ist nichts Festes, sie wandelt sich ein Leben lang. Jeder Mensch ist vielfältig und einzigartig. Niemand ist nur Mann oder Frau, nur Jüdin oder Moslem. Wir sind alle noch so viel mehr!

Stereotype bilden wir, um uns zurechtzufinden. Unser Gehirn steckt Wahrnehmungen in Schubladen. Wir reduzieren Menschen auf einzelne Merkmale und weisen ihnen bestimmte Eigenschaften zu. Wir vereinfachen und verallgemeinern. Die Welt wird dadurch überschaubarer. Vorurteile entstehen, wenn wir Stereotype mit Bewertungen und Emotionen verknüpfen. Auch Vorurteile sind Verallgemeinerungen. Hier bewerten wir Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe und weisen ihnen gute oder schlechte Eigenschaften zu. Wir fällen vorschnell ein wertendes Urteil über Menschen, ohne diese wirklich zu kennen. Wenn Vorurteile unser Handeln beeinflussen, ist das Diskriminierung. Diskriminierung bedeutet ungleiche Behandlung und Ausgrenzung aufgrund von Vorurteilen gegenüber bestimmten Gruppen und Menschen. Diskriminierung ist verboten. Hier gibt es ein Gesetz: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).


Respekt bedeutet, Menschen so anzunehmen, wie sie sind, mit ihren Meinungen, Gefühlen, Grenzen und ihrer Identität. Denn was bedeutet Identität schon, wenn sie nicht anerkannt wird? Wird die Identität einer Person infrage gestellt, fühlt sich diese oft ausgegrenzt und unsichtbar. Respekt heißt, andere zu akzeptieren und ihnen mit Wertschätzung zu begegnen, unabhängig davon, ob jemand Butter unter Nutella isst oder nicht. Solche Unterschiede sind belanglos und sollten niemals ein Grund für Ausgrenzung oder Geringschätzung sein. Gleichzeitig bedeutet Respekt jedoch nicht, alles einfach hinzunehmen. Er hat dort seine Grenze, wo das Verhalten von Menschen anderen schadet, etwa durch diskriminierende Äußerungen oder Handlungen aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Religion.

Respekt entsteht nicht durch Drohungen oder Regeln, sondern durch Anerkennung. Er verlangt nicht, dass wir einer Meinung sind, sondern dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und einander zuhören. Dass wir uns – unabhängig von all unseren Unterschieden in Erfahrungen, Meinungen und Vorstellungen davon, wie unsere Gesellschaft auszusehen hat – gegenseitig helfen, wenn wir am Boden sind. Sich durch Unterschiede zu definieren, steht nicht im Konflikt zu Respekt. Anderen aufgrund dieser Unterschiede das Leben schwerer zu machen – schon. Nur wenn wir unsere Mitmenschen nicht als Probleme, sondern als Menschen sehen, können wir auf eine Zukunft hinarbeiten, in der wir gerne leben wollen.

Für mich bedeutet Respekt, einander zu achten und unsere Mitmenschen mit ihren Ansichten, Meinungen, ihrer Identität und Persönlichkeit zu akzeptieren. Einander wertzuschätzen und niemanden anders zu behandeln – aufgrund ihrer Weltanschauung, Religion, Sexualität oder Identität. Denn wir sind alle von Natur aus verschieden. Jeder hat seine eigene Meinung und seinen eigenen Blick auf die Welt – und um harmonisch miteinander zu leben, ist Respekt der Schlüssel. Für mich bedeutet Respekt, einander so zu akzeptieren, wie man ist – auch wenn jemand eine andere Meinung vertritt als man selbst. Doch auch dabei gibt es gewisse Grenzen, denn dort, wo der persönliche Raum eines Menschen beginnt, endet der des anderen.
Nutze diese Fragen, um über Respekt nachzudenken. Du kannst sie allein beantworten oder mit den anderen aus deiner Schulklasse oder deiner Gruppe.

Wenn du mal nicht weiterweißt, Unterstützung brauchst oder eine Gemeinschaft suchst, schau dir diese Vereine, Gruppen und Organisationen an.