
Je nach Kulturpflanze sowie Bodenbedingungen ließen sich mit dem Stickstoffdünger Chilesalpeter Ertragssteigerungen von 25 % bis über 300 % erzielen. Die Abhängigkeit vom Import wurde in Deutschland durch die Entwicklung von synthetischem Dünger beendet, insbesondere mit dem sogenannten Haber-Bosch-Verfahren (Patent 1910). Die Firma BASF ist bis heute einer der zentralen Produzenten für Kunstdünger weltweit.
Die Fotos zeigen den Abbau von Salpeter in der Oficina Alemania. Sie gehörte zu den größten Salpeterminen in Chile, war im Besitz der Firma Fölsch & Martin mit Sitz in Hamburg. Die Gewinne aus dem Salpetergeschäft wurden in Immobilien investiert, insbesondere in Hamburg, u.a. in den „Fölsch-Block“ am Rathausmarkt.

Chile exportiert die „Superfrucht“ Avocado nach Deutschland, sie hat zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe, ist ein begehrtes Lebensmittel. Die Produktion und der Transport sind jedoch verbunden mit hohem Wasserverbrauch, Plantagenwirtschaft sowie notwendiger Kühlung und Belastungen durch den Transport selbst, was schädlich für die Umwelt ist.

Kupfer ist entscheidend für die Energiewende (Stromnetze, erneuerbare Energien) und Digitalisierung, wird in Hamburg u.a. von der Produktionsfirma Aurubis verarbeitet. Chile ist der weltweit größte Kupferproduzent, der Abbau in der Atacama-Wüste ist jedoch mit Umweltbelastungen verbunden: enormer Wasserverbrauch, Luftverschmutzung durch Staub und Abgase, Bodenzerstörung, Schwermetallbelastung (Arsen).

Chile-Salpeter wurde für die Produktion von Sprengstoffen / Schwarzpulver genutzt. In Krümmel bei Geesthacht entstand die „Pulverkammer Deutschlands“, als Alfred Nobel 1865 seine erste Fabrik zur Herstellung von Sprengstoffen, insbesondere von Dynamit, eröffnete.

Ein Stahlhelm ist eine militärische Kopfbedeckung, die im Ersten Weltkrieg bei allen europäischen Großmächten eingeführt wurde. Die in Deutschland produzierten Helme wurden nach Chile exportiert, wo sie bis heute bei militärischen Paraden getragen werden.

Der Export von Fahrzeugen aus Deutschland nach Chile spielte in der Vergangenheit bis heute eine wichtige Rolle. Die Fotos zeigen den Tempo-Geländewagen 1200, dessen Fähigkeiten in schwierigem Gelände vorgeführt werden. Heute sind es insbesondere die Firmen Liebherr (Krane, Bagger und Muldenkipper für die Häfen und den Bergbau), Caterpillar (Bergbaugeräte) und MAN (LKW und Busse), die nach Chile verkaufen.
Seit 1880 produziert Steinway in Bahrenfeld Flügel und Klaviere. Jeder Flügel ist ein Unikat, benötigt ca. 1 Jahr für die Herstellung. Von Hamburg aus werden sie weltweit exportiert. Mit der PEKING ist ein Steinway-Flügel nach Valparaiso transportiert worden. Luxusgüter wie Uhren, Schmuck, Designer-Kleidung und Musikinstrumente sind ein wichtiges Segment im deutschen Export nach Chile.
Die Firma BASF ist der größte Chemiekonzern weltweit mit über 230 Produktionsstandorten und liefert in mehr als 90 Länder. 1865 in Mannheim als Badische Anilin- & Soda-Fabrik gegründet, zog die Firma zwei Jahre später nach Ludwigshafen, auch heute noch Hauptsitz der Firma. Da Chile stark agrar- und bergbauorientiert ist, liefert BASF insbesondere Pflanzenschutzmittel und Bergbau-Chemikalien in dieses südamerikanische Land.
Umwelttechnologie und grüner Wasserstoff sind ein wichtiger Sektor in den Beziehungen zwischen Chile und Deutschland heute. Chile bietet mit seinen Wind- und Solarressourcen ideale Produktionsbedingungen, während Deutschland als Technologiepartner und Absatzmarkt für klimaneutrale Energieträger auftritt. Das Haru Oni-Projekt ist eine Pilotanlage im Süden Chiles, nahe Punta Arenas. Dort werden durch die Firma HIF Global E-Fuels für Porsche produziert.

In Deutschland produziert Fast Fashion riesige Mengen minderwertiger Altkleider, die oft exportiert werden. Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland 5,5 kg Altkleider produziert. Im Hafen von Iquique in Chile landen viele der Altkleider, nur 10% können verwertet werden, der Rest wird in die Atacama-Wüste verbracht. Die Altkleiderberge verschmutzen dort Böden und Grundwasser, gefährden die lokale Flora, Fauna und Bevölkerung.
