
Der Künstler Georges Adéagbo (*1942 in Benin/Dahomey) wurde für seine herausragende künstlerische Leistung mit dem Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg ausgezeichnet. Mit raumgreifenden Zusammenstellungen aus Fundstücken, Textfragmenten und persönlichen Notizen zählt Adéagbo zu den markanten Vertreter:innen der Gegenwartskunst. Seine häufig ortsspezifischen Arbeiten thematisieren Identität, Migration, Kolonialgeschichte und kulturellen Transfer, indem sie lokale Materialien und narrative Ebenen zu einem vielschichtigen interkulturellen Dialog verweben. Seine Projekte reflektieren auch die Rolle Hamburgs als Hafenmetropole und Schnittstelle kultureller Begegnungen und regen zu einer kritischen Reflexion der städtischen Geschichte und Identität an. Mit seinem künstlerischen Schaffen leistet er einen bedeutenden Beitrag zur Dekolonisierung der Kunst und fördert den transkulturellen Diskurs. Als Impulsgeber für künstlerische und gesellschaftliche Debatten stärkt Adéagbo die Position Hamburgs als vielfältigen und offenen Kunststandort. Der Edwin-Scharff-Preises würdigt sein herausragendes künstlerisches Engagement und seine nachhaltige Wirkung für die Stadt und darüber hinaus.
Der Edwin-Scharff-Preis wird seit 1955 an bildende Künstler:innen vergeben, die in Hamburg und Umgebung leben und „deren Werke unter dem Anspruch, den der Namensgeber des Preises setzt, Auszeichnung verdienen“ (Satzung) und ist mit 15.000 Euro dotiert. Über die Verleihung entscheidet eine Fachjury, die vom Senat berufen wird. Der Namensgeber des Preises, Edwin Scharff, gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. 1887 in Neu-Ulm geboren, wurde er in der Nachkriegszeit an die Landeskunstschule nach Hamburg berufen, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind unter anderem Hanne Darboven, Franz Erhard Walther, Anna und Bernhard Blume sowie Daniel Richter.
