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Klopstock der Popstar des 18. Jahrhunderts

Auf dem Friedhof der Christianskirche in Hamburg-Ottensen befindet sich ein Grab, an dem man kaum vorbeikommt: die letzte Ruhestätte des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803).

Heute ist sein Name vielen vielleicht nicht mehr geläufig. Vor rund 250 Jahren war Klopstock dagegen ein regelrechter Popstar seiner Zeit. Berühmt wurde er vor allem durch sein großes Epos „Der Messias“, das ab 1748 in einzelnen Gesängen erschien und die deutsche Literatur nachhaltig beeinflusste.

Klopstock gehörte zur literarischen Epoche der Empfindsamkeit, in der Gefühle, persönliche Erlebnisse und innere Empfindungen eine besondere Bedeutung gewannen. Seine gefühlvolle und leidenschaftliche Sprache begeisterte ein großes Publikum. Zu seinen Bewunderern gehörten zahlreiche bedeutende Schriftsteller – auch Johann Wolfgang von Goethe schätzte Klopstocks Werk.

Wie populär der Dichter tatsächlich war, zeigte sich bei seinem Tod im Jahr 1803. Klopstocks Tod wurde in Hamburg zu einem öffentlichen Ereignis. Ein großer Trauerzug begleitete ihn zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Friedhof der Christianskirche. Zehntausende Menschen sollen sich auf den Weg gemacht haben, um dem berühmten Dichter die letzte Ehre zu erweisen.

Wer heute an seinem Grab steht, begegnet damit nicht nur einem bedeutenden Dichter der deutschen Literaturgeschichte, sondern auch einem Stück Hamburger Kulturgeschichte – und einem Mann, der zu seiner Zeit weit mehr als ein Schriftsteller war: ein literarischer Star.

 

Ein Mann mit gepudertem weißem Haar in Kleidung aus dem 18. Jahrhundert, darunter ein grüner Mantel und ein weißes Rüschenhemd, blickt vor einem dunklen Hintergrund zur Seite.
Porträt von Friedrich Gottlieb Klopstock, Jens Jörgensen Juel, 1780. Öl auf Leinwand. Sammlung: Museum für Hamburgische Geschichte.
Ein älterer Mann mit Glatze, grauen Haaren an den Schläfen, heller Haut, blauen Augen und ernstem Gesichtsausdruck, der ein weißes Hemd mit hohem Kragen und einen braunen Mantel trägt, gemalt im klassischen Porträtstil.
Friedrich Gottlieb Klopstock, Jahnn Heinrich Wilhelm Tischbein, 1802. Sammlung: Museum für Hamburgische Geschichte