

liebe Freundinnen und Freunde der Stiftung Historische Museen Hamburg,
der Dialog mit dem Publikum wird in den Museen der Gegenwart immer wichtiger, das gilt auch für die Häuser unserer Stiftung. Nur im direkten Austausch mit unseren Besucherinnen und Besuchern können wir dem Anliegen, aktuelle Fragestellungen, gesellschaftlich relevante Themen und eine breite Vielfalt von Perspektiven zu ermitteln, erfolgversprechend nachkommen. Unser Ziel ist die Integration dieser Aspekte in die Programmplanung, die Ausstellungsgestaltung und die sonstige Museumsarbeit. Um diesen Dialog zu ermöglichen, bedarf es einer breiten Palette von geeigneten Plattformen in den Museen für die öffentliche Diskussion, für Beteiligung, für Austausch oder gelegentlich sogar für Verständigung über die Bewertung von Sachverhalten sowie gegenwärtigen oder historischen Zusammenhängen.
Im Museum der Arbeit, das im Frühling dieses Jahres sein aufwändig saniertes Torhaus mit der neuen „Zukunftswerkstatt“ eröffnet hat, nehmen Austausch und Partizipation in den aktuellen Sonderausstellungen traditionell einen besonderen Platz ein. Neben der vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene konzipierten Ausstellung „Respekt“, die mit einer Reihe von Modulen zu einer teils vordergründig spielerischen Auseinandersetzung mit Fragen zu Identität, Diskriminierung und Gleichberechtigung auffordert, widmet sich die ebenfalls mit einem größeren interaktiven Bereich ausgestattete neue Sonderausstellung „Care! Wenn aus Liebe Arbeit wird“ einem Themenkomplex mit extrem hoher Relevanz für nahezu jeden von uns. Welche kuratorischen Überlegungen bei dieser Annäherung an die Care-Arbeit im Mittelpunkt stehen, welche Rolle Objekte aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst in der Vermittlung spielen und welche wissenschaftlichen Perspektiven aus den Diskussionen zu diesem Thema resultieren, beschreiben Beiträge der vorliegenden Ausgabe.
Ein ebenso gegenwärtiger, wenn auch in seiner brutalen Ungeheuerlichkeit ganz anderer Hintergrund bildet den Gegenstand der Ausstellung „Blutiger Boden“ im Altonaer Museum, der wir in unserer Ausgabe mehrere vertiefende Beiträge gewidmet haben. Sie zeigt in Form von großformatigen Fotografien der Künstlerin Regina Schmeken die Mord- und Anschlagsorte des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds, bei dessen terroristischen Anschlägen in den Jahren von 2000 bis 2007 zehn Menschen ihr Leben verloren. Unter den Ermordeten war auch der Hamburger Süleyman Taşköprü, dessen Todestag sich im Juli 2026 zum 25. Mal jährt. Ergänzt wird die Ausstellung von einem speziell für die Ausstellung in Altona kuratierten Erinnerungsraum, in dem den Opfern und den schmerzhaften Erfahrungen der Angehörigen gedacht wird und in dem sich die Besucherinnen und Besucher aktiv am Gedenken beteiligen können. Auch hier geht es um den Austausch mit dem Publikum, aber mit dem Anliegen, die furchtbaren Folgen einer menschenverachtenden Ideologie zu verdeutlichen und zur Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt aufzurufen.
Welche Begegnungen und Kontakte sich aus der Beschäftigung mit dem Hamburger Stadtbild ergeben können, schildert der diesjährige Georg Koppmann Fotopreisträger Enver Hirsch, der sich für sein Projekt „Expansion“ auf die Suche nach architektonischen Sonderlösungen begeben hat. Für ihn als Fotograf liegt in der aktiven Auseinandersetzung mit den Widersprüchen unserer Gegenwart ein besonderer Reiz, den auch wir in der Museumsarbeit immer wieder verspüren.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre, eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr,
Ihr Hans-Jörg Czech
Direktor und Vorstand der SHMH
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Die neue Sonderausstellung “Care! Wenn aus Liebe Arbeit wird” im Museum der Arbeit nähert sich unter dem Phänomen der gesellschaftlichen Fürsorge aus verschiedenen Blickrichtungen, macht seine Vielschichtigkeit deutlich und plädiert für eine stärkere Anerkennung dieser Tätigkeiten.


Die Taten des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gehören zu den erschreckendsten rechtsextremen Anschlägen der jüngeren deutschen Geschichte. Zwischen 2000 und 2007 hat der NSU mindestens zehn Menschen ermordet sowie 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle verübt. Unter den Mordopfern war auch Süleyman Taşköprü, der am 27. Juni 2001 in seinem Geschäft in Altona erschossen wurde. Die aktuelle Ausstellung „Blutiger Boden“ im Altonaer Museum möchte anhand der Tatort-Fotografien der Künstlerin Regina Schmeken und einem partizipativen Erinnerungsraum der Opfer und ihrer Angehörigen gedenken. Anfang 2025 hatte die Hamburgische Bürgerschaft zudem ein interdisziplinäres Forschungsteam mit der wissenschaftlichen Untersuchung der Hamburger Mordtat beauftragt, die hier zu Wort kommen.
Vor 100 Jahren feierte das heutige Volksparkstadion seine Eröffnung: Anlass zur detaillierten Rückschau auf ein Gebäude, in dem sich nicht nur Fußball-, sondern seit jeher auch Stadt- und Gesellschaftsgeschichte abgespielt haben.


Der Fotograf Enver Hirsch hat mit seinem Projekt „Expansion“ den diesjährigen Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie erhalten, der seit 2018 von der Stiftung Historische Museen Hamburg gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen für die Dokumentation von Besonderheiten im Stadtbild der Elbmetropole vergeben wird. Ein Gespräch über die Freiheit des Provisorischen und über Humor in einer widersprüchlichen Welt.
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In Kooperation mit VKM – Verlagskontor für Medieninhalte GmbH
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Herausgeber: Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH
Geschäftsführender Redakteur: Matthias Seeberg, Pressesprecher der SHMH
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