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Die ersten gedruckten Adventskalender Von der Weihnachtsuhr zum Adventskalender

Der erste Adventskalender wurde 1902 als Weihnachtsuhr mit Ziffernblatt gedruckt. Kinder konnten täglich den Zeiger weiterdrehen und die Tage bis Weihnachten zählen. Aus dieser ersten gedruckten Form entwickelten sich später Schokoladen- oder ganze Spielzeugkalender.

Wera Wecker, 2025

Adventskalender gibt es heute in vielen Formen und Farben. Sie sollen die Zeit bis Weihnachten – insbesondere für Kinder – verkürzen. Die Frage „Wie lange ist es noch bis Weihnachten?“ begleitet Familien jedes Jahr. Dieses Bedürfnis, die verbleibende Zeit sichtbar zu machen, ist jedoch keineswegs neu.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden erste Ideen, um Kindern das Warten zu erleichtern. Ein bekanntes Beispiel ist der Adventskranz. Johann Hinrich Wichern entwickelte ihn für die Kinder im Rauhen Haus in Hamburg. Neben den vier großen Kerzen für die Adventssonntage hatte dieser Kranz für die übrigen Wochentage ebenfalls Kerzen. Mit jeder angezündeten Kerze war sichtbar ein Tag vergangen.

Ein alter deutscher Adventskalender mit dem Titel Weihnachtsuhr für Kinder zeigt einen runden Countdown mit Daten, einen geschmückten Weihnachtsbaum, spielende Kinder, Tiere und eine festliche Winterkulisse.
Weihnachtsuhr für Kinder, 1902 in Hamburg, Ev. Verl. Friedrich Trümpler
Ein Mann in einer Kirche rückt einen großen Adventskranz zurecht, der mit roten Schleifen und Kerzen geschmückt ist, von denen einige angezündet und andere nicht angezündet sind, umgeben von Grünzeug, während sich im Hintergrund Menschen versammeln.
Ein Mann in einem kastanienbraunen Pullover zündet Kerzen an einem mit roten Schleifen geschmückten Adventskranz in einer Kirche an. Vier große rote Kerzen und eine gelbe Kerze brennen, mit Kirchenbänken und einer weiteren Person im Hintergrund.

Das erste gedruckte Produkt war 1902 eine „Weihnachtsuhr“ mit einem Ziffernblatt. Die Evangelische Buchhandlung Friedrich Trümpler in der Brennerstraße in Hamburg brachte diesen Kalender erstmals heraus. Kinder konnten den Zeiger täglich ein Feld weiterdrehen. Da eine Uhr nur zwölf Ziffern besitzt, begleitete die Weihnachtsuhr nur den zweiten Teil des Advents: Sie zeigte nur die Zahlen von 13 bis 24 an. Auf dem Kalender standen Sinnsprüche und Liedtexte wie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder „Du lieber, heiliger, frommer Christ, der für uns Kinder kommen ist.“

Erst 20 Jahre später, 1922, gab es größere Uhren oder Uhren mit doppeltem Zifferblatt und die Tage 1 bis 24.

Ob Adventskranz, Bilderkalender, Sinnsprüche, Lieder, Schokoladenkalender oder selbst gestaltete Varianten – der Adventskalender hat sich im Laufe der Zeit stark entwickelt. Heute ist die Vielfalt an Formen und Ideen so groß wie nie zuvor.

Wer noch mehr über weihnachtliche Riten und Mythen rund um Hamburg erfahren möchte, sollte unbedingt unserem Instagramkanal folgen. Dort gibt unter anderem Dominik Kloss spannende “Geschichtshäppchen” mit auf den Weg.

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Bitte wenden Sie sich an den Museumsdienst Hamburg, dort können thematische Rundgänge vom Museum für Hamburgische Geschichte gern gebucht werden.

Adventskalender im Wandel der Zeit. Verlag J.H. Röll GmbH, Dettelbach, 2007.

Tina Peschel: Adventskalender. Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren. Verlag der Kunst, Husum 2009, ISBN 978-3-86530-114-7

Der Wichernkranz – Vier Kerzen erobern die Welt. SHMH/Björn Smertka, 2016.

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