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Historisches Segelschiff vor Hafenkulisse
Die PEKING am Standort 50A, Foto Jérome Gerull 2024, © SHMH.

Die Ausstellung

Die Ausstellung auf dem Brückendeck der PEKING widmet sich der wechselvollen Geschichte des beliebten Schiffes, die in Form von wichtigen Eckdaten und Exponaten vorgestellt wird. Ein große Schauwand wird anhand der Produkte, die mit der PEKING zwischen Chile und Deutschland transportiert wurden, den wirtschaftshistorischen Hintergrund des Schiffes aufzeigen. An weiteren Stationen werden mit dem Vergleich der früheren Salpeterhäfen und den heutigen hochtechnisierten Hafenanlagen wichtige Einblicke in die Entwicklung der Hafenlogistik ermöglicht.

 

Bei den geführten Rundgängen über die PEKING können die Gäste mit Beginn der neuen Saison 2026 die fast vollständig rekonstruierte Inneneinrichtung des Schiffes erleben. Neben dem Kartenhaus, der Kombüse und den Mannschaftsräumen wird auch der Kapitänssalon nach aufwendiger Restaurierung mit möglichst originalgetreuen Nachbauten der Möbel und Gerätschaften zu besichtigen sein. Darüber hinaus werden sich die Rundgänge über die PEKING – die auch auf Englisch und Plattdeutsch angeboten werden – inhaltlich um Themen zu globalen Verflechtungen im Rohstoffhandel sowie zu Fragen der Nachhaltigkeit und zum Einsatz von Windenergie erweitern.

Derzeit ist eine Schiffsbesichtigung und der Besuch der Ausstellung nur im Rahmen einer Führung möglich.

Informationen auf Spanisch

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Die PEKING entdecken

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Die PEKING, gebaut 1911 für die Reederei F. Laeisz bei der Hamburger Werft Blohm&Voss, transportierte bis 1932 Stück- und Massengut sowie Salpeter zwischen Hamburg und Chile. Salpeter war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Rohstoff, bezeichnet als das „weiße Gold“. Er wurde für die Produktion von Düngemitteln, Sprengstoffen und Farben benötigt wurde. Die einzige Fundstätte größeren Ausmaßes lag in der Atacama-Wüste in Chile. Die Reederei F. Laeisz erkannte sehr früh die Gewinnmöglichkeiten durch den Salpeterboom. Sie baute deshalb die sogenannten Flying P-Liner. Die Schiffe waren berühmt für ihre Zuverlässigkeit, ihre wetterunabhängige Geschwindigkeit und ihre elegante Bauweise. Typisch: Alle Namen begannen mit „P“ – wie PEKING, PASSAT oder PAMIR – und sie waren in den Reedereifarben Schwarz, Weiß und Rot gestrichen. Grundlage dafür war die erste Bark, die nach dem Spitznamen der Reedersgattin Sophie Laeisz PUDEL genannt wurde.

Ein historisches Foto von einem großen Segelschiff auf dem Wasser
Foto: Archiv Laeisz-Reederei

Laeisz optimierte nicht nur den Seetransport, sondern auch die Infrastruktur in Chile, etwa durch bessere Umschlagplätze und Bahnlinien. So konnten Liegezeiten verkürzt werden. Die Reederei existiert noch heute, neben dem Transport von Autos knüpfte Laeisz mit Gastankschiffen für den Ammoniaktransport an die Erfolgsgeschichte der „Flying-P-Liner“-Ära an.

Der Abbau des Salpeters in Chile wurde in über 100 Salpeterminen vor allem durch englische und deutsche Firmen durchgeführt, darunter Fölsch & Martin, Sloman und Gildemeister. Ihre Oficinas lagen isoliert in der Wüste und umfassten neben Produktionsstätten auch Wohnsiedlungen. Die Arbeitsbedingungen für rund 70.000 meist indigene Wanderarbeiter*innen waren extrem hart: giftiger Staub, Hitze, Kinderarbeit ab acht Jahren. 1907 eskalierte ein Aufstand in Iquique: Tausende Arbeiter wurden in der Schule Santa Maria von Militärs getötet. Das Massaker von Iquique forderte bis zu 3.600 Tote.

Vier Männer ohne Hemd arbeiten in einem engen, schlammigen Graben, graben mit Schaufeln und schauen in die Kamera. Die Grabenwände sind mit Holzstützen und Erde ausgekleidet. Die Szene wirkt historisch.
Arbeiter in der Oficina „Chile“, die den Ripio – den ausgelaugten Caliche – aus einem Kessel räumen, Foto: Curt Francke, 1925, Bestand Robert Krieg und Monika Nolte

Technische Daten zur PEKING

Die PEKING, gebaut 1911, ist eine Viermastbark und der ideale Schwerwettersegler, der den Anforderungen der Fahrt um Kap Hoorn in jeder Hinsicht gewachsen war: der stählerne Rumpf und die drei Aufbauten mit Back, Brückenhaus und Poop, die erstmals über die ganze Schiffsbreite gingen und die untereinander durch hochgelegene Laufbrücken verbunden waren. Sie steht für die Perfektion in der Segelfrachtschifffahrt, die PEKING außerdem ausgestattet mit technischen Hilfsmitteln wie Brass- und Fallwinden sowie Gangspills. Die hohe Geschwindigkeit und die Möglichkeit, das Schiff mit kleiner Crew zu segeln, machten diesen Schiffstyp aus ökonomischen und aus technischen Gründen zum Standardschiff der ausgehenden Salpeterfahrt.

 

  • Länge: 115 Meter

  • Breite: 14,40 Meter

  • Tiefgang: maximal 7,24 Meter

  • Ladung: 5.000 Tonnen

  • Crew: 31 bis 34 Mann, ab 1927 74 Mann als Segelschulschiff

  • Segelfläche: ca. 4.600 m² bis 4.100 m²

  • Höchstgeschwindigkeit: 17 Knoten

Stationen der PEKING

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