
Die jüdische Geschichte Hamburgs reicht über 400 Jahre zurück. Von Beginn an ist sie geprägt von kultureller, sprachlicher und religiöser Vielfalt. Die Ausstellung „Menschen & Orte. Hamburgs jüdische Geschichte“ nimmt diese vielschichtige Vergangenheit zum Ausgangspunkt, um jüdisches Leben in Hamburg in seiner historischen Tiefe und gegenwärtigen Diversität sichtbar zu machen.
Im Zentrum der Ausstellung stehen prägende Orte in Hamburg, an denen sich Fragen zur Entstehung und Zuschreibung von Identitäten, zur Erfahrung von Zugehörigkeit und Ausgrenzung sowie die verschiedenen politischen, sozialen und kulturellen Beziehungsgefüge jüdischer Lebensrealitäten in Geschichte und Gegenwart veranschaulichen lassen. Mit historischen Objekten, künstlerischen Positionen und multimedialen Formaten soll anhand von Orten wie dem Hamburger Hafen, dem jüdischen Friedhof, dem Haus Salomon Heines sowie dem Kontorhausviertel und der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Aby Warburgs aufgezeigt werden, wie kulturelle, religiöse und soziale Positionen verhandelt, Alltagspraktiken gestaltet und sozioökonomische Strukturen wirksam wurden.
Die Ausstellung „Menschen & Orte. Hamburgs jüdische Geschichte“ bildet zudem einen weiteren Schritt in der aktuellen Diskussion über ein Jüdisches Museum in Hamburg.


Weitere Ausstellungen zu jüdischem Leben in Hamburg:
Mit der Vorlage der gekauften Eintrittskarte zu einer der drei Ausstellungen erhalten Gäste den ermäßigten Eintritt zu einer der beiden anderen Ausstellungen durch Vorlage an der jeweiligen Kasse.
Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK)
“Zuschreibung: Jüdisch”. Fragen an die Geschichte des MARKK
28. August 2026 bis 27. Juni 2027
Die Ausstellung erzählt anhand der als verschollen geltenden Sammlung der Hamburger Gesellschaft für jüdische Volkskunde Objektgeschichten und Biografien vom frühen 20. Jahrhundert bis heute und hinterfragt dabei die Klassifizierung ‚jüdischer Objekte“ sowie die Rolle des Museums im Nationalsozialismus. Die Sammlung der Hamburger Gesellschaft für jüdische Volkskunde war ab 1913 als Leihgabe in der Dauerausstellung des neu eröffneten Museums an der Rothenbaumchaussee zu sehen, bis sie 1935 aus der Ausstellung entfernt und 1937 an die Gesellschaft zurückgegeben wurden. Einige der seit Jahrzehnten aktiven Mitglieder gelangten in den nachfolgenden Jahren ins Exil, andere wurden jedoch in der Shoah deportiert und ermordet. Die Sammlung gilt heute als weitestgehend verschollen, doch seit 1990 befinden sich wieder zehn der Objekte im MARKK. Die Ausstellung stellt Fragen an die Geschichte des Museums im historischen Umgang mit den gezeigten Beständen und ihrer Zuordnung als „jüdisch“. Hinterfragt wird dabei auch das Bild des „Jüdischen“ selbst, das sich durch Sammeln und Ausstellen vermittelt hat. Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle des Museums in der Zeit des Nationalsozialismus. Welche Beschäftigten waren von Verfolgungs- und Enteignungspolitik betroffen und wie profitierte das Museum in den Jahren bis 1945 und danach von dieser Politik? Eine Erläuterung der seit 2021 auch am MARKK durchgeführten Provenienzforschung zu NS-Raubgut lenkt den Blick auf heutige museale Fragestellungen und Perspektiven.

Bucerius Kunst Forum
“Von Monet bis Picasso.” Jüdische Kunstsammler*innen in Deutschland
11. September 2026 bis 29. März 2027
Die Ausstellung Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler*innen in Deutschland rekonstruiert fünfzehn bedeutende Sammlungen moderner Kunst von deutschen Jüdinnen und Juden vor 1945 und führt deren heute weltweit verstreuten Werke wieder zusammen. Die Schau präsentiert nicht nur herausragende Kunstwerke der klassischen Moderne, sondern zeichnet anhand von historischen Dokumenten und Erzählungen deren Wege sowie die Lebensgeschichten der einstigen Eigentümer*innen nach. Das Verfolgungsschicksal der Sammler*innen während der Schoa sowie die damit einhergehende Zerschlagung ihrer Kollektionen sind wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzepts. Die Schau erinnert an die wegweisende Rolle deutscher Jüdinnen und Juden für die Etablierung, Förderung und Verteidigung moderner Kunstformen in Deutschland. Zu sehen sind rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus der Zeit vom Realismus und Impressionismus bis zu Expressionismus und Neuer Sachlichkeit von Künstler*innen wie Paul Cezanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Max Pechstein und Pablo Picasso.

Mit freundlicher Unterstützung