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Menschen & Orte Hamburgs jüdische Geschichte

12.11.2026 – 05.07.2027

Rechteckiges Kissen aus Tapisserie mit einem springenden Einhorn inmitten stilisierter Blumen und Blätter in Grün-, Rosa- und Cremetönen, umrandet von dunkelgrünen Fransen.
Tapisseriekissen aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, Kunstsammlung des Hamburger Ehepaars Emma und Henry Budge.

Die jüdische Geschichte Hamburgs reicht über 400 Jahre zurück. Von Beginn an ist sie geprägt von kultureller, sprachlicher und religiöser Vielfalt. Die Ausstellung „Menschen & Orte. Hamburgs jüdische Geschichte“ nimmt diese vielschichtige Vergangenheit zum Ausgangspunkt, um jüdisches Leben in Hamburg in seiner historischen Tiefe und gegenwärtigen Diversität sichtbar zu machen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen prägende Orte in Hamburg, an denen sich Fragen zur Entstehung und Zuschreibung von Identitäten, zur Erfahrung von Zugehörigkeit und Ausgrenzung sowie die verschiedenen politischen, sozialen und kulturellen Beziehungsgefüge jüdischer Lebensrealitäten in Geschichte und Gegenwart veranschaulichen lassen. Mit historischen Objekten, künstlerischen Positionen und multimedialen Formaten soll anhand von Orten wie dem Hamburger Hafen, dem jüdischen Friedhof, dem Haus Salomon Heines sowie dem Kontorhausviertel und der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Aby Warburgs aufgezeigt werden, wie kulturelle, religiöse und soziale Positionen verhandelt, Alltagspraktiken gestaltet und sozioökonomische Strukturen wirksam wurden.

Die Ausstellung „Menschen & Orte. Hamburgs jüdische Geschichte“ bildet zudem einen weiteren Schritt in der aktuellen Diskussion über ein Jüdisches Museum in Hamburg.

Eine Thora-Rolle, umhüllt von einem grünen Tuch mit goldener hebräischer Stickerei und Fransen, gekrönt von einer kunstvollen Silberkrone.
Thora-Mantel mit hebräischer Inschrift, 1872.
Salomon Heine (1767 – 1844), Ölgemälde von Friedrich Carl Gröger, 1822. Foto: SHMH, Altonaer Museum.

Weitere Ausstellungen zu jüdischem Leben in Hamburg:

Mit der Vorlage der gekauften Eintrittskarte zu einer der drei Ausstellungen erhalten Gäste den ermäßigten Eintritt zu einer der beiden anderen Ausstellungen durch Vorlage an der jeweiligen Kasse.

Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK)

“Zuschreibung: Jüdisch”. Fragen an die Geschichte des MARKK

28. August 2026 bis 27. Juni 2027

Die Ausstellung erzählt anhand der als verschollen geltenden Sammlung der Hamburger Gesellschaft für jüdische Volkskunde Objektgeschichten und Biografien vom frühen 20. Jahrhundert bis heute und hinterfragt dabei die Klassifizierung ‚jüdischer Objekte“ sowie die Rolle des Museums im Nationalsozialismus. Die Sammlung der Hamburger Gesellschaft für jüdische Volkskunde war ab 1913 als Leihgabe in der Dauerausstellung des neu eröffneten Museums an der Rothenbaumchaussee zu sehen, bis sie 1935 aus der Ausstellung entfernt und 1937 an die Gesellschaft zurückgegeben wurden. Einige der seit Jahrzehnten aktiven Mitglieder gelangten in den nachfolgenden Jahren ins Exil, andere wurden jedoch in der Shoah deportiert und ermordet. Die Sammlung gilt heute als weitestgehend verschollen, doch seit 1990 befinden sich wieder zehn der Objekte im MARKK. Die Ausstellung stellt Fragen an die Geschichte des Museums im historischen Umgang mit den gezeigten Beständen und ihrer Zuordnung als „jüdisch“. Hinterfragt wird dabei auch das Bild des „Jüdischen“ selbst, das sich durch Sammeln und Ausstellen vermittelt hat. Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle des Museums in der Zeit des Nationalsozialismus. Welche Beschäftigten waren von Verfolgungs- und Enteignungspolitik betroffen und wie profitierte das Museum in den Jahren bis 1945 und danach von dieser Politik? Eine Erläuterung der seit 2021 auch am MARKK durchgeführten Provenienzforschung zu NS-Raubgut lenkt den Blick auf heutige museale Fragestellungen und Perspektiven.

Vier kunstvoll verzierte silberne Gewürzbehälter mit Flaggen; drei davon sind turmförmig und mit aufwendigen Mustern verziert, einer ist ein dekoratives Wappen mit hebräischem Text auf Tafeln; alle sind vor einem schlichten Hintergrund ausgestellt, über denen kleine nummerierte Beschriftungen angebracht sind.
Foto aus der fotografischen Dokumentation der „Jüdischen Sammlung“, 1920er © MARKK
Bucerius Kunst Forum

“Von Monet bis Picasso.” Jüdische Kunstsammler*innen in Deutschland

11. September 2026 bis 29. März 2027

Die Ausstellung Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler*innen in Deutschland rekonstruiert fünfzehn bedeutende Sammlungen moderner Kunst von deutschen Jüdinnen und Juden vor 1945 und führt deren heute weltweit verstreuten Werke wieder zusammen. Die Schau präsentiert nicht nur herausragende Kunstwerke der klassischen Moderne, sondern zeichnet anhand von historischen Dokumenten und Erzählungen deren Wege sowie die Lebensgeschichten der einstigen Eigentümer*innen nach. Das Verfolgungsschicksal der Sammler*innen während der Schoa sowie die damit einhergehende Zerschlagung ihrer Kollektionen sind wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzepts. Die Schau erinnert an die wegweisende Rolle deutscher Jüdinnen und Juden für die Etablierung, Förderung und Verteidigung moderner Kunstformen in Deutschland. Zu sehen sind rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus der Zeit vom Realismus und Impressionismus bis zu Expressionismus und Neuer Sachlichkeit von Künstler*innen wie Paul Cezanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Max Pechstein und Pablo Picasso.

Eine Person in weißer Kleidung und mit einem gelben Hut steht an einem Geländer in der Nähe des Wassers und hält ein rosa Buch in der Hand. Im Hintergrund sind unter einem tiefblauen Himmel bunte Gebäude und ein Boot zu sehen.
Sonntagmorgen in Danzig (ohne Datum), Wladimir von Zabotin, Kunsthalle Mannheim. © Sammlung Emma Zabotin ©Foto: Kunsthalle Mannheim

Mit freundlicher Unterstützung

Logo der Hamburger Behörde für Kultur und Medien. Es zeigt ein rotes Schloss mit drei Türmen und Sternen oben, eine blaue Wellenlinie unten und den Text „Hamburg Behörde für Kultur und Medien“ auf der rechten Seite.
ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
Logo mit fünf goldenen Swoosh-Formen über dem Text „HUBERTUS WALD STIFTUNG“ in schwarzen Großbuchstaben auf weißem Hintergrund.
Logo mit einem Schriftzug der Hapag-Lloyd Stiftung
Logo mit zwei miteinander verbundenen marineblauen Kreisen auf der linken Seite und dem Schriftzug „CLAUSSEN SIMON STIFTUNG“ in fetten schwarzen Großbuchstaben auf der rechten Seite, getrennt durch eine vertikale Linie.
Logo mit einem stilisierten „W“ über dem Text „WARBURG – MELCHIOR – OLEARIUS“ in Schwarz und „STIFTUNG“ in Rot, alles auf weißem Hintergrund.