Seit Ende des 16. Jahrhunderts lebten portugiesische Juden in Hamburg. Jedoch wurde ihnen vonseiten der Stadt untersagt, einen Begräbnisplatz auf Hamburger Grund anzulegen. So wichen sie in das benachbarte Altona aus. Am 31. Mai 1611 erwarben drei portugiesische Kaufleute vom dortigen Landesherren Graf Ernst III. von Schauenburg ein Grundstück auf dem Altonaer Heuberg, um einen Friedhof anzulegen und die Toten nach ihrem Brauch zu bestatten. Wenige Jahre später kaufte die aschkenasische Gemeinde Altona einen Begräbnisplatz in unmittelbarer Nähe.
Bis zur Schließung im Jahr 1869 wurden beide Friedhöfe mehrfach erweitert.
Auf dem portugiesischen Friedhof fanden etwa 2.000 und auf dem aschkenasischen 7.000 Bestattungen statt. Bedeutende Rabbiner und Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft wurden hier begraben.
Zwangsgetaufte Jüdinnen und Juden, sogenannte Conversos, flohen ab den 1580er Jahren aus Portugal. Sie ließen sich ab 1590 in Hamburg nieder und galten zunächst als katholisch. Sie kehrten in das Judentum zurück und organisierten sich in sefardischen Synagogen. Ab 1603 wurden ihre Möglichkeiten zur Religionsausübung in Hamburg stark eingeschränkt. Etwa zeitgleich siedelten sich aschkenasische Juden in Altona an, da sie dort ihre Gemeinde weitgehend autonom verwalten konnten.
Die ersten aschkenasischen Jüdinnen und Juden in Hamburg waren Mitglieder der Altonaer Gemeinde, die den Schutz der Hamburger Befestigung suchten. Seit 1603 tobte in Hamburg zwischen Stadtregierung und Kirche ein Streit um die Ausweisung der portugiesischen Juden. Im Juli 1649 fiel aus wirtschaftlichen Gründen die Entscheidung, nicht die portugiesischen Juden, sondern die ärmeren aschkenasischen Juden auszuweisen. Die meisten der Ausgewiesenen zogen nach Altona.
Als aschkenasisch bezeichnet man ost- und mitteleuropäische Jüdinnen und Juden und ihre Traditionen. Sefardische Jüdinnen und Juden kamen aus Spanien und Portugal. Auch die nordafrikanisch-jüdische Kultur ist sefardisch.
Die Inquisition war eine Einrichtung der katholischen Kirche im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Sie sollte religiöse Überzeugungen identifizieren, untersuchen und bestrafen, die von der katholischen „Norm“ abwichen.
Der jüdische Kalender beginnt im Jahr 3761 vor der allgemeinen Zeitrechnung. Bezugspunkt der Zeitrechnung ist die Schöpfung der Welt. Das jüdische Neujahrsfest Rosh haShana wird im Monat Tischri gefeiert. Dieser beginnt nach dem beispielsweise in Deutschland gebräuchlichen gregorianischen Kalender in den Monaten September oder Oktober.